Montag, 7. November 2011

Die letzten Tage in Vancouver


Fotos gehen im Moment leider nicht, werden aber nachgereicht wenn ich die Möglichkeit hab :D

Am Samstag stand erneut ein Museumsbesuch an, diesmal das Science World British Columbia. Insgesamt würde ich sagen, dass es sehr geeignet ist für Kinder :D
Natürlich verschlug es mich zuerst in die Dinosaurier-Abteilung. Hier konnte man diese Tiere nachgebaut in ihrer tatsächlichen Größe bewundern. Besonders toll: Sobald man sich einem nähert beginnen sie sich zu bewegen und zu rufen :D Zudem gab es ein echtes Skelett zu sehen. Über längere Zeit aufgehalten habe ich mich bei den Rätseln und mathematischen Aufgaben, die meinen Ehrgeiz geweckt haben und vor allem für Erwachsene gedacht waren. Nach einem Film über die Erdplatten und die Erde an sich habe ich dann zuerst die Luftballon-Show und danach die Elektronen-Show besucht:



Abends war ich dann im Theater (Tosca Café), habe die Karte hierzu am Morgen zum halben Preis gekauft und einen supertollen Platz gehabt. Das Theaterstück ging 1:45 ohne Unterbrechung und war echt sehr unterhaltsam. Der Weg zurück zum Hostel hat dann doch etwas gedauert, da zeitgleich das Hockeyspiel zu Ende war (Vancouver Canucks haben gewonnen :D ) und zudem natürlich Halloween anstand. Hierfür wurden extra die Straßen abgesperrt und die ganze Nacht war auf den Straßen Party.


Da der Sonntag eher verregnet war, habe ich mich mit meiner Zimmergenossin auf den Weg zum UBC Gelände gemacht, einer riesigen Universitätsstadt, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn es ist eine richtige Stadt. Nachdem wir das Museum of Anthropologie besucht hatten (ich werde noch zum richtigen Mseumsfan :D ) haben wir das Gelände besichtigt und eines steht fest: Sollte ich noch einmal studieren wollen, wäre dieses Gelände ideal. Es ist so wunderschön dort, in der Nähe zum Wasser mit wunderschönen Parkanlagen, Rosengarten,.... Und die Gebäude für die Studenten erst!!


Mein letzter Tag in Vancouver war dann schließlich der Montag. Natürlich wollte die Stadt es mir besonders schwer machen zu gehen, denn es war ein wunderschöner, warmer und sonniger Tag. Ideal für Grouse Mountain hab ich mir da gedacht und nach ein paar letzten Erledigungen wie Handynummer ändern lassen und Tasche bei Schuhmacher abholen konnte es dann los gehen. Zuerst mit Bus, Seebus! Und dann wieder mit dem Bus zum Fuß des Berges. Währe ich etwas aufmerksamer gewesen, hätte ich bestimmt erkannt, dass das zu Fuß zum Gipfel wandern nicht einfach zu Fuß zum Gipfel WANDERN heißt, denn ich wurde sowohl in meinem Organisationsbüro als auch bei der Touristinformation als auch an der Talstation des Berges gefragt, ob ich denn fit bin und die richtigen Schuhe und etwas zu trinken dabei hätte. Meine antwort war immer, klar bin ich fit, die richtigen Schuhe?? (Turnschuhe sind doch voll ausreichend, oder?) undzu trinken habe ich natürlich etwas dabei. Also stand dem Vorhaben ja nichts mehr im Weg – oder doch?! :D Als ich nämlich durch das Tor ging und das riesige neongelbe Warnschild (vor Bären etc.) kurz überflogen hatte, stand ich vor einer äußerst schweren aufgabe: Es gab anscheinend 2 Wanderwege, einer nach rechten und einer nach links, die allerdings nicht zum gleichen Gipfel führen. Für einen unvorbereiteten Menschen wie mich, der sich kein bisschen über den Berg informiert hat, eine unüberwindbare Aufgabe, denn die Routennamen gaben keinen Aufschluss darüber, wohin sie führen. Nun gut, dachte ich mir, da wird schon jemand kommen der auch zum Gipfel will, den werd ich einfach fragen! :D Gedacht, getan, den ersten der durch das Tor kam habe ich mit meiner Frage begrüßt :D Victor, ein Spanier wie ich später erfahren habe, hatte allerdings genauso wenig Ahnung wie ich. Da standen wir also zu zweit vor der Abzweigung und warteten. Allerdings nicht sehr lange muss ich sagen, denn da kam auch schon ein Mann um die 60, im Sporttrikot und hochmotiviert. Er konnte uns dann auch sagen, welchen Weg wir einschlagen müssen, und erneut kam die Frage: Sind wir denn auch wirklich fit, haben wir etwas zu trinken, noch können wir die Seilbahn nehmen... Nun wurde ich dann doch stutzig, aber meine Antwort war die gleiche: Aber klar doch. Naiv wie wir waren starteten dann Victor und ich zusammen unseren Weg zum Gipfel. Nach etwa 10 Minuten war dann jedem von uns klar, das „fit“ im Bezug auf diesen Wanderpfad bedeutet, dass man entweder Extremsportler ist oder täglich für den Marathon trainiert!!! Denn dieser Weg bestand ausschließlich, und damit meine ich AUSSCHLIEßLICH auf Treppen in Form von Steinen oder Holzstufen, und zwar nicht irgendwelche, sondern KNIEhohe Stufen. Diese Stufen zogen sich vom Fuß bis zum Gipfel durch, unterbrochen von etwa 5x15m EBENEN Teilen. Freundlicherweise gab es 3 Markierungen auf diesem Weg, ¼ ½ und ¾ - des-Weges – geschafft- Markierungen. Achso, was mir gerade einfällt, ein „fitter“ Mensch braucht 1 Stunde für den Weg. Als wir nun an der ¼ - Markierung ankamen, war mir eines bewusst: Ich werde an diesem Tag ganz sicher nicht zum Gipfel kommen und meine Definition von „fit“ musste ich schleunigst revidieren! Victor ging es allerdings nicht besser als mir und hier trennten sich dann auch unsere Wege, denn er beschloss erst einmal eine lange Pause zu machen, während ich mich auf den Weg zur nächsten Markierung begab. Ich sollte noch hinzufügen, dass es verboten war, den Berg hinunter zu steigen und dass es keine Möglichkeit gab, irgendwo auf dem Weg in die Seilbahn zuzusteigen. Als ich dann schließlich den halben Weg hinter mich gebracht habe war ich richtig in Fahrt und schaffte es auch noch zur ¾ - Markierung. Hier allerdings war es dann Zeit für eine schöne kleine Pause. Man konnte nun sogar schon Vancouver sehen und den Himmel und das Ziel war nahe. Nachdem ich von 3 supersportlichen Senioren überholt worden war setzte ich dann meinen Weg fort und kam mit hochrotem Kopf schließlich am Gipfel an. :D Naja, nicht ganz, denn es gab noch einen kleinen Berg auf dem Gipfel, aber nach dieser „Wanderung“ konnte mich der auch nicht mehr abschrecken. Hier wurde man dann für die ganze Anstrengung entschädigt, denn da so ein wunderschöner Tag war hatte ich das Glück, dass man einen grandiosen Ausblick hatte, anders als die letzten 2 Wochen, in denen alle immer von den vielen Wolken berichtet hatten.
Am Dienstag machte ich mich dann auf zur Greyhound Bus Station und verbrachte 23 Stunden in einem Bus (bzw. 2, denn in Calgery musste ich umsteigen) und landete schließlich in Leduc.   

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